OTRO MODO Surfcamp Umweltschutz Projekt

Habt Ihr Euch schon mal Gedanken gemacht, wie wichtig die Meere für das globale Klima sind und welch große Artenvielfalt sich unter Eurem Surfbrett tummelt?

Unsere Meere bedecken über 71% der Gesamtfläche des Planeten Erde.
Aus diesem Grund nennen wir ihn auch den blauen Planeten und sicher werden wir auch so von anderen Existenzen im All betrachtet.
Wasser ist Leben. Ohne Wasser wäre die Erde ein unwirtlicher Ort ohne verschiedene Arten, ohne Sauerstoff - ohne Leben.
Das Meer ist der Ursprung allen Lebens.

Die Zusammensetzung des Menschen bezüglich seiner Spurenelemente ist identisch mit der Zusammensetzung der Spurenelemente der Meere.
Für uns Menschen ist das Meer die Existenzgrundlage. Einst Nahrungslieferant für die Bewohner der Küstenregionen, werden heute sämtliche Erdenbewohner mit frischem Fisch und Meeresfrüchten beliefert.
Wir nutzen das Meer als Verkehrsraum und Lieferant für Bodenschätze und erholen uns an den vielen schönen Stränden dieser Welt.

Es gibt 3 Ozeane - den Pazifischen Ozean, der 35% der Erdoberfläche bedeckt, den Atlantischen Ozean, mit einem Oberflächenanteil von 21% und den Indischen Ozean, der immer noch 15% der Gesamtoberfläche unseres Planeten ausmacht.

Die Meere haben eine enorme Bedeutung für unser Weltklima. Wasser ist ein perfekter Energiespeicher und als solches in der Lage viel Wärme aufzunehmen und abzuspeichern.
Aber das Wasser kann dieser Wärme auch wieder abgeben, zum Beispiel durch Verdunstung. Damit entsteht ein wichtiger Kreislauf.
Die obersten 2,5 Meter des Meeres besitzen die größte Speicherfähigkeit. Alle Meeresoberflächen speichern soviel Energie, wie die gesamte Atmosphäre, die sich über den Meeren befindet.

Neben den warmen Oberflächenströmungen, die durch den Wind vorangetrieben werden, gibt es noch die Kaltwasserströme (kaltes Wasser ist schwerer, als warmes Wasser), die sich am Meeresboden fortbewegen.
Auf diese Weise entsteht ein rotierender Kreislauf: Energie wird auf der Oberfläche gespeichert, versinkt und bewegt sich immer so weiter. Dieser Kreislauf hat eine Zeitdauer von 1000 Jahren.

Ein solch großer Wärmespeicher ist für unser Klima von extrem hoher Bedeutung.
Wenn wir Menschen dazu beitragen, dass es zu einem sogenannten Treibhauseffekt kommt, also dazu, dass sich das Klima erwärmt, hat das auch einen Effekt auf unsere Weltmeere. Warmes wasser benötigt mehr Platz, als kaltes Wasser.
Aus diesem Grund steigt der Meeresspiegel, aber es passiert noch etwas:
Die klimatisch sehr günstige Eigenschaft der Meere (oben Wärmespeicher, unten kalt) trägt dazu bei, dass sich die Mengen Kohlendioxid vor allem in den unteren, abgekühlten Schichten im Wasser auflösen.
90% aller Kohlendioxidvorkommen unserer Erde steckt in unseren Meeren.
Wenn sich unsere Meere erwärmen und diese kalt-warm Vermischung nicht mehr ausreichend stattfinden kann, wird auch die Kohlendioxidaufnahmefähigkeit der Ozeane schwächer.
Es wird warm, Treibhausgase (Kohlendioxide) entstehen, das Meer erwärmt sich, kann aus diesem Grund weniger Kohlendioxid aufnehmen und demnach wird es noch wärmer. Durch diese immense Wärme beginnt auch das Wasser verstärkt zu verdunsten und die darin gespeicherten Gase gelangen ebenfalls in die Atmosphäre.

Die Salzzusammensetzung der Meere entscheidet über die Dynamik der Meeresbewegungen (Strömungen ). Das beste Beispiel ist die Tatsache, dass Wasser mit einer bestimmten Salzzusammensetzung weniger oder schneller gefriert, als Wasser mit einem anderen Salzgehalt.
Mehr Salz im Wasser bedeutet: Das Wasser friert deutlich später und wird schneller dicht, kühlt schneller ab und fällt früher wieder herunter.
So funktioniert zum Beispiel auch der Golfstrom - Europas Heizung. Warmes Wasser aus der Karibik strömt vorbei an der amerikanischen Küste nach Europa und fällt an der Küste von Norwegen aufgrund des hohen Salzgehaltes wieder ab.

Eine Klimaerwärmung bringt auch hier wieder große Probleme mit sich. Wenn es wärmer wird, schmelzen unsere Gletscher, Süßwasser vermengt sich mit Salzwasser und sorgt so für ein Ungleichgewicht im Salzhaushalt der Meere.
Solch ein Effekt könnte ungeahnte Folgen auf den Golfstrom haben.

Nur alleine aus dieser Tatsache erschließt sich die Dringlichkeit, die es bedarf um unsere Umwelt für nachfolgende Generationen zu schützen.

Aber nicht nur für uns Erdenbewohner spielt das Meer eine große Rolle. Auch für die unzähligen Arten, die in unseren Gewässern leben hat es eine immense Bedeutung.
Alleine im Great Barrier Reef leben so viele unterschiedliche Pflanzen und Tiere, wie sonst nirgendwo anders auf diesem Planeten.
Meeresschildkröten, verschiedene Walarten - viele dieser Tierarten gelten heute als bedroht.
Durch die Erwärmung der Meere gilt das Great Barrier Reef selbst ebenfalls als bedroht und man rechnet mit seinem fast vollständigen (90%) Zerfall gegen Mitte des Jahrhunderts.
Wir alle, die wir diesen Text hier lesen, ich, die ich ihn geschrieben habe - wir alle werden das nicht mehr erleben.
Aber wollen wir nicht dieses großartige Bauwerk der Natur erhalten? Denken wir nicht an die, die nach uns kommen? Was passiert mit unserer Erde, wenn ganze Ökosysteme sterben?

In unseren Meeren schwimmen schon heute gigantische Mengen Müll, die durch ihre chemische Zusammensetzung teilweise erst nach 450 Jahren vollständig verrottet sein werden.
Menschen werfen seit Jahrtausenden ihre Abfälle ins Wasser. Solange diese aus Materialien bestehen, die mit Hilfe von Bakterien, UV-Licht und Wellengang ihren Weg in das Ökosystem finden, gab es kein Problem.
Unser Zivilisationsmüll von heute ist vor allem eins: Langlebig. Weltweit werden in jedem Jahr fast 120 Millionen Tonnen Kunststoff produziert!
Laut Greenpeace, die ihrerseits eine Studie der Vereinten Nationen zitieren, treiben derzeit knapp 20.000 Plastikteile auf jedem Quadratkilometer Ozean.
Bedingt durch meteorologische Eigenheiten, sammelt sich an manchen Stellen mehr Müll. Zwischen den Hawaiianischen Inseln und dem Amerikanischen Kontinent, entsteht durch ein Hochdruckgebiet ein Meeresstrudel, der die Massen im Uhrzeigersinn bewegt. Da sich einmal in diesem Strudel befindlicher Müll - nicht von selbst wieder aus dieser Strömung befreien kann, zieht er dort die nächsten 15 Jahre seine unermüdlichen Bahnen.
Das Ergebnis ist ein annähernd geschlossener Müllteppich, der inzwischen so groß wie Zentraleuropa ist.
Jedes Müllteil, welches in den Nordpazifik geworfen wird, landet auf kurz oder lang in diesem enormen Teppich aus Abfall.

Plastikmüll landet aber auch in unserer Nahrungskette. Giftige Substanzen lagern sich am Plastikmüll an, Tiere nehmen diesen Müll und damit das Gift über die Nahrung zu sich, Jäger fressen ihrerseits diese Tiere und am Ende kommen schlussendlich auch wir.
In diesem Fall erwischt uns die höchste Konzentration.

Es kann nicht unsere Absicht sein, dass wir uns selbst vergiften und dass das was wir lieben durch unsere Unachtsamkeit zu Schaden kommt.
Es ist oft nur ein kleiner Weg bis zum nächsten Mülleimer. Ein kurzer Moment des Bückens, nur eine kleine Weile Arbeit, das zu entsorgen, was wir benutzt haben.

Für die Tiere des Meeres bedeutet der Müll eine zusätzliche Gefahr. Sie ersticken, ertrinken, verhungern verdursten und verenden qualvoll in unseren unachtsam fortgeworfenen Gegenständen.
Viele Vögel verfüttern an ihre Nachkommen Plastikteile, da sie diese nicht von ihrer Nahrung unterscheiden können.
Man fand in 97% aller Nordsee Eissturmvögel Plastik in den Mägen. Von dort kann er weder ausgeschieden, noch verwertet werden. Er füllt den Magen und lässt die Tiere dennoch verhungern.
Meeresschildkröten verwirren sich in Stricken und Leinen aus Plastik, Wale und Delfine sterben und das gesamte Ökosystem kommt zu Schaden.
Der Müll in unseren Meeren ist bedenklich angestiegen. Die negativen Folgen davon sind enorm.

Was können wir tun?
Wir alle können dazu beitragen unseren gemeinsamen Lebensraum zu schützen.
Als Surfer benutzen wir die Meere für unser Vergnügen. Wir sollten diesem Lebensraum mit größtem Respekt und Vorsicht begegnen.
Naturschutzgebiete sind keine Spielplätze und sollten unbedingt respektiert werden.

Vermeidet Müll! Nehmt immer einen Müllbeutel mit zum Strand! Sammelt Plastikteile auf, ermahnt auch andere Strandbenutzer zu Umsicht! Gebt Euer Wissen weiter!
Ein Zigarettenfilter benötigt 80 Jahre, bis er zur Hälfte verrottet ist, Aluminium (Getränkedosen) verrotten nicht, Plastik braucht bis zu 450 Jahre.
Vergesst niemals, das wir nur einen Planeten haben - Protect Your Surf Environment!

Clean Ocean Project
Atmosfair